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17.08.2012
Politisierung des Sports auch im Freistaat

Sächsische „Demokratie-Trainer“ nehmen ihre Arbeit auf

Der Fall Drygalla hat es einmal mehr ans Tageslicht gebracht: Wir bewegen uns auf eine umfassende Gesinnungsdiktatur zu. Weil sie einen Freund mit vermeintlich falscher Gesinnung hat, mußte sie vorzeitig aus dem Londoner Olympia-Dorf abreisen. Ihre berufliche und sportliche Laufbahn ist ungewiß.

Im Bundesinnenministerium wurde schon über eine „Demokratie-Klausel“, eine Art Gesinnungs-TÜV, für Sportler nachgedacht. Kürzlich berichtete zudem die Chemnitzer „Freie Presse“ (21.06.2012) von „17 frisch gebackenen Demokratie-Trainern für Sportvereine“, die mittlerweile im Freistaat wirken sollen.  

Hierzu stellte der NPD-Abgeordnete Andreas Storr nun eine Kleine Anfrage (Drs. 5/9519). Er wollte wissen, wo die Ausbildung zum „Demokratie-Trainer“ – und unter welchen Voraussetzungen – ausgeschrieben wurde, wie lange die Ausbildung dauerte und wer sie durchführte, wie groß die Nachfrage war, ob Prüfungen abgelegt werden mußten und wer die Kosten dafür übernommen hatte. Zudem wollte Storr wissen, wie die Tätigkeit als „Demokratie-Trainer“ vergütet wird.

Laut Staatsregierung gingen 30 Bewerbungen ein, Prüfungen wurden jedoch nicht abgelegt. Die Staatsregierung geht in ihrer Beantwortung weder auf konkrete Inhalte noch auf die Finanzierung des dubiosen Projekts ein. Auch ist, wenn man sich die Zielstellung einmal genauer betrachtet, die Bezeichnung „Demokratie-Trainer“ dafür denkbar ungeeignet. Da den „Demokratie-Trainern“ laut Pressemitteilung des Bundesinnenministeriums vom 8. September 2011 die Aufgabe obliegt, dafür zu sorgen, daß vermeintlich „extremistische und verfassungsfeindliche Strömungen keinen Platz finden“, wäre die Bezeichnung „Gesinnungswächter“ realitätsnäher. Mit dem Sport soll also eine weitere Sphäre der Gesellschaft politisiert werden.  

Die „Demokratie-Trainer“ sollen nicht dazu befähigt werden, einen offenen Meinungsaustausch in den Sportverbänden voranzutreiben, sondern vom Mainstream abweichende Einstellungen systematisch auszugrenzen. Mithin soll es nicht um die Demokratisierung, sondern um die politische Gleichschaltung der sächsischen Sportlandschaft gehen.  

Die NPD-Fraktion lehnt sämtliche mit öffentlichen Mitteln geförderten Projekte ab, die darauf abzielen, Meinungsfreiheit einzuschränken, politisch Andersdenkende auszugrenzen und junge Menschen politisch zu indoktrinieren.

Ronny Zasowk

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